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Wo und wie wirkt Yoga – Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme

Egal ob dick oder dünn - Yoga wirkt. Speziell bei Adipositas.


In einer Metastudie von DP Dr. Holger Cramer, die in der „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2017) veröffentlicht wurde gibt Dr. Cramer eine Übersicht über die aktuelle wissenschaftlichen Datenlage zu wissenschaftlichen Studien im Bereich Yoga und zieht insgesamt eine positive Bilanz. Untersucht wurden 300 randomisierten Studien, in denen der therapeutische Effekt von Yoga auf chronische Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Belastungen im Fokus stand.


Zitat aus der Studie Dr. Cramer: "In nur wenigen Jahrzehnten hat Yoga sich von einer belächelten esoterischen Modeerscheinung zu einer vielversprechenden verhaltensmedizinischen Therapieform entwickelt. Selbst aufgeklärte wissenschaftlich-kritische Zeitgenossen kommen heute um eine Beschäftigung mit Yoga kaum noch herum. In den USA ist das Verfahren bereits fest etabliert. Dort üben mehr als 20 Millionen Menschen Yoga. (...) Knapp 16 Millionen Menschen üben hierzulande Yoga oder sind an einer Aufnahme der Praxis interessiert" Grund für die Aufnahme der Yoga-Praxis sind meist positive Gesundheitswirkungen: "Drei Viertel der Übenden erwarten eine Verbesserung ihres körperlichen Befindens, knapp zwei Drittel eine Verbesserung des psychischen Befindens." "Yoga als Trendsport oder esoterisches Hobby abzutun, wird also der Realität nicht gerecht." (Studie Seite 1925)

Untersucht wurden drei Bereiche: Der Effekt von Yoga auf chronische Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei psychischen Belastungen.


  • Eine Reduktion der chronischen Schmerzen durch eine ganzheitliche Yogapraxis. Durch die bewußte Wahrnehmung des Muskeltonus und der Gelenkstellung konnte die Haltung der Übenden deutlich verbessert werden und das Schmerzempfinden nahm ab. Besonders beeindruckend fand diese Wirkung im Bereich Rücken- und Nackenschmerzen statt und war gleich zu setzten mit anderen Therapien wie die Rückenschule oder gezieltes Muskeltraining. Dr. Cramer: "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Gesundheitszustand bessert, war bei den Patienten, die Yoga praktizierten, mehr als 3-mal so hoch wie bei denen, die nicht am Yoga teilnahmen. Insgesamt profitieren etwa 2 Drittel aller Rückenschmerzpatienten von der Teilnahme an einem Yogakurs." (Studie Seite 1926)

  • Auch in der Kardiologie weist die Yogatherapie eine positive Wirkung auf. Vor allem bei der begleitenden Behandlung von Hypertonie, aber auch bei Adipositas und Hyperlipidämie. Hier sind es vor allem jedoch die Atem- und Meditationstechniken, die zu einer Verbesserung führen. Dr. Cramer: "Der Entstehung einer Hypertonie geht oft eine Dysbalance des autonomen Nervensystems voraus, d.h. ein relatives Übergewicht des sympathischen Systems, oft assoziiert mit chronischem Stress. Über eine Aktivierung der Gamma-Amino-Buttersäure (GABA), des primären inhibitorischen Neurotransmitters, kann Yoga diesem Ungleichgewicht entgegenwirken." (Studie Seite 1926)

  • Yogatherapie hat eine positive Auswirkung bei psychischen Belastungen und Depression. Auch hier sind es vor allem die Atem- und Meditationstechniken, die eine Verbesserung herbeiführen. Bei der Depression spielen neben GABA v. a. die Monoamine (Noradrenalin, Serotonin, Dopamin) eine wichtige Rolle. Yoga kann hier den Metabolismus dieser Neurotransmitter beeinflussen und die Gedankenwellen des Geistes beruhigen. Dr. Cramer: "Die Wahrscheinlichkeit, zum Studienende eine Remission zu erreichen, war bei Patienten, die am Yoga teilnahmen, fast 3-mal so groß wie bei Patienten, die nicht am Yoga teilnahmen. In den bisherigen Studien zum Thema erreichte insgesamt mehr als die Hälfte aller Yoga-Praktizierenden Remission. Bei den Nicht-Praktizierenden war es weniger als ein Viertel." (Studie Seite 1927)


Weiterhin stellt Dr. Cramer, durch die positive Wirkung von Yoga auf psychische Belastung auch einen positiven Effekt in der unterstützenden Krebstherapie fest. Yoga kann die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und Erschöpfung, Angst und Depression lindern.


Kernaussagen:

  • Yoga wird vermehrt in Therapie und Prävention eingesetzt.

  • Klinische Studien zeigen positive Wirkungen, insbesondere bei chronischen Schmerzen, Hypertonie, Depressionen und in der supportiven Krebstherapie.

  • Bei psychischen Symptomen sind v. a. atem- und meditationsbasierte, bei muskuloskelettalen Schmerzen v. a. körperorientierte Yogaformen effektiv.

  • Wirkmechanismen umfassen eine parasympathische Aktivierung und Modulation des GABA- und Monoamin-Metabolismus.

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