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Rückbeugen

Rückbeugen sind im Yoga etwas ganz Besonderes: je nachdem wie lange wir üben, können uns diese Stellungen einerseits einschüchtern, denn sie schauen manchmal echt imposant, manchmal unerreichbar aus, andererseits fühlen diejenigen, die vielleicht schon länger praktizieren womöglich so etwas wie freudige Erwartung, denn die körperlichen Effekte einer solchen Übung sind signifikant.




1. Körperliche Effekte

Die Brustwirbelsäule wird nach hinten gedrückt, wodurch sich der Bereich rund um Brustkorb und Herz weitet, das führt zum Einen dazu, dass die Körperrückseite gedehnt und die Körpervorderseite gestärkt wird. Besonders davon profitieren die Lungen, Brustkorb, Bauchorgane, aber auch Leisten und Oberschenkelmuskeln. Somit wird die Atmung als Ganzes positiv beeinflusst, denn eine verspannte Atemhilfsmuskulatur finden wir oft dann, wenn wir gestresst sind: dann fallen die Schultern ein, die Atmung wird flach, die Schultern kommen nach vorne. All das bewirkt, dass die Kapazität der Sauerstoffaufnahme im Körper sinkt. Diesem Phänomen können wir durch Rückbeugen begegnen, die in weiterer Folge zu einer Vertiefung des Atems führen, die wiederum zu weniger Müdigkeit, einer erhöhten Konzentrationsfähigkeit und energetisierend wirken. Und verjüngen tun sie uns auch noch!


Der ganze Oberkörper wird weicher und offener, was wunderbar ist, wenn wir zum Beispiel viel Zeit vor einem Computer oder sitzend am Schreibtisch verbringen. Auch die Generation Smartphone kann davon profitieren, denn hier ist oft die Halswirbelsäule ganz stark eingeschränkt und leider unter der Fehlhaltung des immer nur "Nach-unten-Starrens".


2. Geistige Wirkungen

Die positiven Effekte auf geistiger Ebene sind genauso bemerkenswert. Denn der Brustraum ist der Sitz des Herz-Zentrums, das oft durch negative Gefühle wie mangelnde Liebe und Selbstwert belastet ist. Hier speichern wir alles ab, alles was wir "uns zu Herzen" nehmen, und das lässt uns länger in Traumata verweilen, als eigentlich nötig wäre. Rückbeugen lassen hier das Herz wieder weit werden, und schaffen so einen Zugang zu Freude und Weite, wodurch wir Vergangenes besser loslassen können.


Sind das genug Vorteile für dich? Dann starten wir los!


3. Die Kuh Bitilasana

Ich zeige euch heute die Kuh, die wir am besten aus dem Vierfüßlerstand üben. Beginne passiv im 4-Füßler und achte darauf, nicht zu schnell in die Bewegung zu gehen. Schau besonders auf die Ausrichtung der Handgelenke unter den Schultern, Knie unter dem Gesäß hüftbreit geöffnet. Übe gleichmäßigen Druck über die Hände und Finger aus und versuche zunächst die Schultern von den Ohren wegzudrücken. Versuche dabei das Gesicht entspannt zu halten. Dann kannst du tiefer in die Rückbeuge gehen, indem du das Becken nach hinten kippst. Keine Sorge, falls dir das schwer fällt, je nachdem wie oft du übst, kann das auch eine ziemliche Herausforderung sein, nur das Becken und nicht den gesamten Rücken zu aktivieren. Bleibe hier ein paar Atemzüge und spüre dann nach.


4. Der Fisch Matsyasana

Wenn du die genannten Vorteile an der Vorderseite des Körpers noch mehr spüren willst, kannst du auch in den Fisch, Matsyasana gehen. Hier ist es wichtig, dass du schon gut aufgewärmt bist und nicht kalt in die Stellung gehst. Nach dem Sonnengruß bist du dafür bereit.

Begib dich in die Rückenlage, gib die Hände unter's Gesäß und hebe den Blick so weit, dass du zu den Zehen schauen kannst. Achte auf Probleme im Bereich der Halswirbelsäule, gehe auch nicht zu tief, wenn du im Anschluss versuchst den Brustkorb zu weiten (aktiviert die BWS) und das Becken auch hier nach hinten zu kippen (Aktivierung der Lendenwirbelsäule). Überstrecke den Kopf jedenfalls nur, wenn die Halswirbelsäule stabil ist, falls du hier Beschwerden hast, lege den Hinterkopf vorsichtig ab, oder unterpolstere den oberen Rücken, HWS-Bereich.


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